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BETEN NACH DEM HERZEN GOTTES

Kennen Sie das auch? Man ist spät dran und betet, dass Gott einen Parkplatz genau vor der Tür schenkt. Sie haben ein wichtiges Gespräch mit dem Chef und beten, dass er den gewünschten Karriereschritt endlich genehmigt. Oder für die Studenten unter uns: Ihr habt auf Lücke gelernt, und betet, dass der Professor möglichst Eure Lieblingsthemen abfragt. Das sind alles Dinge, die wir mit unserem himmlischen Vater bereden dürfen. Ja, wir ehren ihn, wenn wir ihn als unseren fürsorglichen Versorger ansehen. Er ist der Einzige, der diese Bezeichnung verdient. Aber ist das alles, wenn es um unser Gebetsleben geht?

Gott ist nicht unser persönlicher "Super-Lieferant", der nur dafür da ist, dass die Umstände in unserem Leben besser, schöner, erfolgreicher, leidensfreier werden. Gott sucht eine Beziehung zu uns und durch uns zu anderen. Gott möchte auch, dass wir die Welt mit seinen Augen sehen und dadurch miteinsteigen in seine Gedanken, seinen Willen, seine Herzenswünsche. Nicht umsonst sagt er in den uns seit der letzten Herbst-Konferenz liebgewordenen "Weinstock-Versen" in Johannes 15, dass wir dann alles bekommen werden, was wir erbitten. Wenn wir eins werden mit Gott, dann freuen wir uns, worüber er sich freut, und sind traurig über die Dinge die Gott traurig machen. Denn wir beten für Sachen, die ihm ein Anliegen sind, und wissen, dass sie zur Erfüllung kommen.

In 1. Johannes 5,14-15 lesen wir noch konkreter: "Dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass er uns hört, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, was wir auch bitten, so wissen wir, dass wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben."

Selbst in Matthäus 9,35-38, wo Jesus die Jünger einlädt, den Vater zu bitten, dass er Arbeiter in seine Ernte sende, geht es eigentlich um eine Einladung in die Dreierschaft Gottes. Wer sonst bewegt uns innerlich beim Anblick der Verlorenheit der Menschen um uns herum, wenn nicht der Heilige Geist? Wir dürfen empfinden, was Vater, Sohn und Heiliger Geist empfinden. Arbeiten, woran sie arbeiten. Ernten, wo sie ernten.

Ich wünsche mir und uns allen dieses Einswerden mit Gott, zu seiner Herrlichkeit. Alles andere ergibt sich daraus. Selbst die von uns so ersehnten Früchte! Denn am Weinstock, ja nur am Weinstock können wir Früchte bringen, heißt es weiter in Johannes 15, sonst nirgendwo, nichts, gar nichts, null, nada.

Hier nun eine Einladung zu einem solchen Gebet: Über einen Zeitraum von zehn Monaten haben wir in unserem Bibelkreis in Köln Woche für Woche Bibelstellen besprochen, die davon handeln, wofür und wie wir beten sollen. Es gibt erstaunlich viele Stellen, in denen Jesus selbst das Thema anspricht. Wir haben dann aus einigen dieser Verse ein persönliches Gebet formuliert und laden Sie nun ein, mit einzusteigen in dieses Gebet nach seinem Herzen.

Lieber Vater im Himmel, nichts soll mir wichtiger sein als Deine Verherrlichung, ja eigentlich EINS zu werden mit Dir. So etwas ist mir theoretisch total klar, aber ich möchte, dass es wirklich wahr wird in meinem Herzen und in meiner Seele und in all meinem Tun. Dein Sohn hat uns gewarnt und betont, dass unser Geist zwar willig sei, aber unser Fleisch schwach. Bitte hilf mir, dass ich aufmerksam bleibe. Ich bitte Dich inständig, dass ich nicht in Versuchung gerate! (Markus 14,38) Du hast uns versprochen und auch ziemlich viel Mut gemacht, dass unsere Gebete erhört werden, wenn wir in Deinem Sinne beten (1. Johannes 5,14.15). Genau hier in wirst Du, lieber Vater, verherrlicht, wenn wir Dir gemäß denken, empfinden und leben, und daher viel Frucht bringen und uns so als Deine Jünger erweisen (Johannes 15). Das soll mein Lebensgebet werden. Ach Vater, nichts Schöneres kann ich mir vorstellen. Bitte hilf mir, dass ich die Worte deines Sohnes verstehe, ernstnehme und tue. Mache bitte meine Augen dafür auf (Epheser 1,18f), auf dass ich die Hoffnung dieser Berufung und den Reichtum dieser Herrlichkeit und die unvorstellbare Größe Deiner Kraft an mir schmecke und zum Einsatz bringe. HERR und Vater im Himmel, ich bitte Dich, dass Du reichlich Arbeiter aussendest in Deine große Ernte (Matthäus 9,36f). Wenn ich um mich herum schaue, sehe ich sehr viele Menschen wie Schafe, die keinen Hirten haben, die verloren sind, verschmachtet, orientierungslos, eingelullt entweder im Reichtum oder in Sorgen (Matthäus 13,22). Das zerreißt mein Herz. Zumindest dann, wenn ich EINS bin mit Dir. Sonst vergesse ich schnell, dass sie ohne Dich wirklich verloren sind. Bitte, bitte, bitte lass dieses Feuer an - in mir, in uns. Sende mich und sende uns. Wie sonst (Römer 10,14.15) sollen sie von Dir erfahren, wenn ich und wir unseren Mund nicht auftun? Himmlischer Vater, danke, dass Du uns zu Nationen schickst oder sie sogar zu uns bringst, die in großen Mengen unter Deine Gnade und Herrschaft kommen mögen (Psalm 2,7.8). Allmächtiger HERR, ich vertraue darauf, dass Du mein Gebet schon erhört hast. Ich rechne fest mit Deiner Zusage, und ich verlasse mich auf Dich (1. Johannes 5,14.15). Himmlischer Vater, Dein Name werde geheiligt! Dein Reich komme! Dein Wille geschehe! Ich bitte Dich für unsere tägliche Versorgung und Vergebung. Mehr brauche ich nicht in diesem Leben, wenn ich nur EINS sein darf mit Dir. Alles andere und Deine ganze Herrlichkeit werde ich dann schauen und genießen in der langen Ewigkeit (Matthäus 6,9ff). Meine Seele lechzt nach Dir, wie ein Hirsch nach frischem Wasser (Psalm 42,1). Ich liebe Dich. Amen.

RAMIN DJAMSCHIDI gehört zum NavigatorenLeitungsTeam, leitet den Arbeitszweig Beruf & Familie und lebt mit seiner Familie in Frechen.

Bild: ©Thosa Photo / photocase.com

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