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Gehilfen der Freude

„Und hatten in ihm das Interesse geweckt, die heilige Schrift selbst zu erkunden“*

Wo wären wir ohne unsere Freunde? Mit zunehmendem Alter blicke ich immer dankbarer zurück,weiß ich mich beschenkt mit echten Freundschaften. Dass diese Freunde teilweise auch noch meinen besten Freund (Jesus Christus) kannten und kennen, ist gleichermaßen Segen wie Herausforderung. Wie erfüllend ist es, miterleben zu dürfen, wie Menschen durch alle Zweifel hindurch eine lebendige Beziehung zu ihm aufbauen. Gleichermaßen erlebe ich auch ohnmächtig,dass dies nicht passiert oder sie die Beziehung abbrechen. Diese Spannung auszuhalten, ist eine der wichtigsten Herausforderungen, die ich in unserem Navigatoren-Leitungsteam (NLT) mitlieben Geschwistern teilen darf. Gemeinsamam Weinstock ist das möglich- und nur dort. Dieses Bild ist mir seit Ramin Djamschidis Referat auf der letzten HerbstKonferenz noch tiefer in Fleisch und Blut übergegangen. Die Verbindung zum Weinstock ist einfach herzustellen - und zu verlieren!

Ich war knapp 14 Jahre jung, als mich ein Freund zum Schülerkreis der Navigatoren in Aachen einlud. Er hat damit meinem Leben damals eine kleine, aber für mich alles entscheidende Richtungsänderung gegeben. Leider hat er selbst den Kontakt zum Weinstock in der Zwischenzeit aufgegeben.

Jahrzehntelang habe ich mich seit dem auf die Schülerarbeit fokussiert. Im Leitungsteam erweitert sich für mich diese Perspektive nun auf alle Arbeitszweige,und wir erkennen die Verknüpfungenund Vernetzungen über die Arbeitszweige hinaus in neuer Weise. Denn diese enorme Kraft aus unserem Navi-Motto - "Einzelne befähigen und Generationen gewinnen" - kommt nicht von uns, sondern von ihm, der von Anfang an war und bis in Ewigkeit sein wird.

Bevor wir ganze Generationen gewinnen, befähigen wir als Navigatoren Einzelne. Dieses Jahr durfte ich das als Referent auf der "navikon" live und in Farbe erleben, und das hat mich echt bewegt. Vertrauen in Menschen war dort mein Thema, und ich durfte Studenten begegnen, die ich noch nie in meinem Leben gesehen habe - sie sind die Hoffnungsträger der Zukunft. Durch ihr vertrauenswürdiges Handeln erreichen sie wiederum weitere Studenten, die andere lehren werden, damit das Reich Gottes weiter wächst.

Deshalb sehe ich so einen riesigen Schatz in dem unscheinbar daher kommenden Sätzchen in der Überschrift. Wir können, jeder einzeln, mit einem kleinen Funken Hoffnung bewirken,einen Menschen in Kontakt mit Jesus Christus zu bringen, und sein Geist entfacht ein Feuer in ihm.

Dies bei einem Schüler zu erleben, rührt mich zu Tränen. Jetzt für das gesamte Werk zu denken und daran teilzuhaben, fordert mich heraus und lässt einen Traum wieder in mir aufsteigen, den ich schon lange habe.

Zu Weihnachten habe ich die Biografie über William Wilberforce, den großen englischen Kämpfer gegen den Sklavenhandel, geschenkt bekommen. Mein Buchtipp für alle Leser - gefällt mir persönlich übrigens besser als der Film.

Wilberforce wurde vor 200 Jahren für die Briten gesellschaftlich relevant, er erneuerte ihr Denken. Fan bin ich aber noch mehr von Isaac Milner, zunächst sein Lehrer und Förderer, der Wilberforc eauf langen Fahrten begleitete, sein bester Freund wurde und eben durch sein Wesen bewirkte, dass bei Wilberforce Interesse und eine Sehnsucht nach der Bibel entstand. Wir können so viel von Milner und Wilberforce für unsere heutige Zeit lernen: Dass wir helfen, Menschen zu befähigen, solche Milners zu werden, die wiederum Wilberforces fördern, damit diese -gesellschaftlich relevant - eine ganze Generation prägen. Das alles steckt in 'unserem' alten Navi-Vers: "Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen,das befiehl treuen Menschen an, die tüchtig sind, auch andere zu lehren"(2. Timotheus 2,2).

Nur am Anfang steht die Vergangenheitsform- der Rest ist Gegenwart!

Und in Zukunft - in all dem Terror und dem Misstrauen in dieser Welt - wächst dieser Weinstock, das ist mein Gebet und mein Traum. Jesus Christus braucht dazu jede und jeden von uns, denn ermöchte, dass alle Menschen gerettet werden (1. Timotheus 2,4).

Nicht müde zu werden, sondern am Ende den ,Siegeskranz' zu erhalten und einwenig von dem, was Gott uns in Jesus geschenkt hat, auch anderen Menschen anzuvertrauen, die wiederum andere erreichen werden - das ist mein Gebet für unsere Arbeit. Wir sind Zeugen, die das erleben und "fröhlich darüber" sein dürfen (Lukas 15,24).

CHRISTOPH MEUL ist Bauingenieur im Vertrieb, Mitglied im Navigatoren-Leitungsteam und Leiter des Arbeitszweigs Schüler. Er lebt mit seiner Frau Tanja und den drei Kindern in der Nähe von Aachen.

* Eric Metaxas, Wilberforce, S. 95

Bild: sylvi.bechle / photocase.com

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